Kauf von Oberhemden
Muss es ein Maßhemd sein?
Nur wenn es die Figur verlangt, sollten Sie an ein maßgeschneidertes Oberhemd denken. Nur wenn Ärmellängen, Brust- und Bauchumfang nicht proportional zum durchschnittlichen Halsumfang passen. Ein Maßhemd aus bügelfreier Baumwolle in guter Qualität kostet mehr als
das Doppelte gegenüber einem vergleichbaren fertigen Hemd von der
Stange. Weshalb also diese Mehrausgaben?
Kaufen Sie sich ein Oberhemd von der Stange wenn es von der Figur her geht.
Aber achten Sie auf einige Qualitäts- merkmale beim Stoff und bei der
Verarbeitung.
Standardmaße bei Oberhemden
| Kragenweite |
38 |
39 |
40 |
41 |
42 |
43 |
44 |
45 |
|
Taillenweite |
110 |
118 |
118 |
124 |
124 |
134 |
134 |
142 |
Wie teuer muss ein gutes Oberhemd sein?
Machen Sie selber den Test und lassen Sie sich in einem Herrenfachgeschäft 3 Hemden verschiedener Preislagen vorlegen. Zum Beispiel die Hausmarke für 50€, ein Hemd einer bekannten Marke für 90€ und ein exklusives Modell eines italienischen Herstellers für 180€ und dann lassen Sie sich vom Fachverkäufer erklären, worin die Unterschiede liegen. Sie werden überrascht sein. Wirklich qualitativ begründbare Unterschiede auf die es dann auch noch ankommt, werden Sie kaum hören sondern viele Allgemeinplätze und immer wieder den Hinweis auf die tolle Marke, die den hohen Preis rechtfertigen soll. Weshalb sollten Sie also so viel Geld ausgeben, wenn der Verkäufer Ihnen noch nicht einmal die Vorzüge eines solch teuren Hemdes erläutern kann.
Ein qualitativ hochwertiges Hemd in guter Baumwolle und gut verarbeitet können Sie im Herrenfachgeschäft für 50 bis 60 € erwerben. Ein solches Hemd kostet in unserem Onlineshop zwischen 29,95 € und 39,95 €. Sie zahlen also hier bis zu 40 % weniger.
Hält denn das teure exklusive Oberhemd für 180€ länger
als das Hemd für 50 €? Nein, Kragen und Manschetten werden genauso
schnell abgenutzt und die Kragenspitzen werden nach etlichen Wäschen
genauso hochbiegen, egal ob Sie 180 oder 50 € bezahlt haben. Oft sind
es gerade die teuren Baumwollstoffe, die empfindlicher sind und sich schneller
abnutzen.
Gehen Sie davon aus, dass ein Oberhemd nach 30 bis 40 Wäschen nicht
mehr tadellos ausschaut, die Hemden sind etwas eingegangen und die
Kragenspitzen und Manschetten sind dann leicht abgestoßen insbesondere
bei farbigen Hemden. Nach so vielen Wäschen sollte das Hemd als Anzughemd
aussortiert werden. Wenn es ein gestreiftes oder kariertes blaues Hemd ist,
können Sie es aber immer noch als Freizeithemd verwenden.
Auf die Wahl des Stoffes kommt es an.
Nur ein guter Baumwollstoff, der sich angenehm tragen lässt und einen angenehmen Griff hat, einfach zu pflegen ist und auch nach mehrmaligem Waschen kaum eingegangen ist (1 bis 2 % Schrumpfung sind akzeptable)
kommt als Stoff für ein gutes Oberhemd in Frage. Und nur solche Stoffe und aus europäischer Herstellung werden für unsere Hemden verwendet.
Und wie sollte der Stoff gewebt sein?
Worin fühlen Sie sich wohl? Wie ist das Wärmeverhalten des Stoffes?
Und was gefällt Ihnen von Griff her besser? Hier die wichtigsten
Webarten für Baumwollstoffe für Oberhemden und ihre Eigenschaften.
Zunächst einmal unterscheidet man Leinwandbindung und Körperbindung.
Bei der Leinwandbindung erfolgen Schuss- und Kettfäden abwechselnd, bei
der Körperbindung sind die Kreuzungspunkte versetzt, es entsteht ein
diagonal verlaufender Stoff. Für Hemden werden beide Webarten eingesetzt.
Mehr Kettfäden, die dichter eingestellt sind, als Schussfäden, die lockerer eingestellt sind in Leinwandbindung ergibt Popeline, ein leichter Stoff der sich durch seidigen Griff und angenehmes Trageverhalten auszeichnet. Das traditionelle Gewebe für klassische Businesshemden.
Batist
Hochwertige und feine Garne werden in einer leichten Leinwandbindung gewebt.
Twill
Ein mittelschweres Baumwollgewebe in Körperbindung, das weich im Griff ist und sich besonders gut für die Winterzeit eignet.
Fil-a-fil
Man verwendet zwei in der Farbtönung unterschiedliche Kettfäden und erreicht dadurch einen besonderen Farbeffekt. Ein gängiger Hemdenstoff.
Oxford
Sowohl Kett- als auch Schussfäden sind in unterschiedlichen Farbtönungen
und darüber hinaus entsteht ein etwas körnigerer strukturierter Stoff,
der robust und strapazierfähig und auch etwas dicker ist, also für
die kältere Jahreszeit.
Voile
Einer der feinsten Hemdenstoffe, hauchdünn für den Sommer und
gut zum Smoking passend.
Natte
Ein Baumwollstoff weich wie Twill aber leicht wie Popeline. Ein Gewebe
ideal für den Sommer.
Pinpoint
Ein strapazierfähiger Stoff, der jedoch weich im Griff und dabei seidig
ist. Vom Gewicht liegt er zwischen Oxford und Popeline.
Chambray
Ein feiner, einfach gewebter Stoff mit weichem Griff, gewebt mit einem weißen
Kettfaden und einem farbigen Schuss. Ein vorzüglicher Stoff für
Hemden, benannt nach der französischen Stadt Cambrai.
In unserem Internet Online Shop führen wir nur Hemden in guter Baumwollqualität von europäischen Webern in den Webarten Popeline, Fil-a-Fil und Chambray.
Verarbeitung des Oberhemdes, worauf kommt es wirklich an?
Die Einlagen für Manschetten und Kragen sollten gut eingearbeitet sein
und aus einem geeigneten Leinenmaterial bestehen, damit Kragen und Manschetten
immer tadellos sitzen. Denn Kragen und Manschetten sind die Blickfänger.
Die Kragenstäbchen sollten passgenau eingearbeitet sein, damit die Kragenspitzen
nicht einrollen. Feste Kragenstäbchen haben den Vorteil, dass sie sich
beim Tragen nicht langsam rausarbeiten und die Kragenspitzen einrollen. Außerdem
können sie nie verloren gehen. Ich persönlich bevorzuge fest eingenähte
Kragenstäbchen.
Bei gestreiften und karierten Hemden sollte der Musterverlauf bei Knopflöchern
und Brusttasche ausgemittelt sein. Es sieht nicht gut aus, wenn der Stoff
bei Knopfleiste und Brusttasche von dem übrigen Stoff versetzt ist. Die
Knöpfe sollten möglichst mit Kreuzstich angenäht sein. Sie
halten so besser. Es müssen aber nicht Knöpfe aus Perlmutt sein.
Im Übrigen sind Perlmuttknöpfe oft zu dick.
Ein Businesshemd ist meist mit der Maschine genäht und soll möglichst
viele Stiche pro Zentimeter (acht bis zehn Stiche) haben.