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erstellt von: krawatten, am 22.09.2010 17:30 , Clicks: 7786

Smoking

Geschichte der Gesellschaftskleidung Teil 2

Nachdem wir uns kürzlich sehr intensiv mit dem Frack als Gipfel maskuliner Eleganz befasst haben, werden wir uns diesmal seinem kleinen Bruder, dem Smoking zuwenden.

Ähnlich wie beim Frack sind auch hier die Hintergründe eher praktischer Natur. Um 1860 fertigte der Londoner Traditionsschneider Henry Poole einen eleganten Anzug mit Schalkragen für den damaligen Prince of Wales an. Er sollte in erster Linie eines sein: bequemer als ein Frack. Zur großen Überraschung aller wirkte das neue Kleidungsstück kaum weniger förmlich als der überall dominante White-Tie-Dress.

Bei vielen Gelegenheiten, zu denen einst der Frack unverzichtbar war, wird statt dessen inzwischen Smoking getragen. Leider gelegentlich auch auf Hochzeiten am Vormittag. Dort ist er allerdings ein stilistisches Unding, denn der Smoking ist und bleibt Abendgarderobe und sollte nicht vor Einbruch der Dunkelheit getragen werden. Die Farbe des Smokings ist klassischerweise schwarz oder mitternachtsblau. Etwas weniger förmlich wirkt das ansonsten identisch geschnittene weiße oder ecrúfarbene Dinnerjackett. Während im amerikanischen Raum bei typischen Black-Tie-Events häufig weiße Dinnerjacketts zu sehen sind, trägt man diese in Europa üblicherweise nur im Freien. An Bord eines Schiffes zum Beispiel ist diese Regel allerdings flexibel, so dass Sie das gute Stück auch durchaus beim Captain's Dinner ausführen können.

Die klassische Smokingjacke hat einen Schalkragen anstelle eines schrägen Revers. Allerdings haben viele moderne Varianten statt dessen eckige Umschläge. Gemeinsam ist diesen Krägen allerdings, dass sie aus glänzendem Satin oder aus Seide bestehen und sich so glänzend vom schwarzmatten Anzugstoff abheben. Die Jacke hat zumeist zwei Seitenschlitze.

Auch hier zieren Seidengalone die Hose ? allerdings nur mit einem Streifen, nicht mit zweien wie beim Frack. Die Hose ohne Aufschläge hat zumeist entweder einen Gummizug oder wird mit Hosenträgern getragen. Nur sehr neue Modelle verfügen manchmal auch über Gürtelschlaufen.

Über das passende Hemd scheiden sich die Geister. Glühende Verfechter des Kläppchenkragens stehen ebenso heißblütigen Puristen gegenüber, die den Umschlagkragen fordern und meinen, der festliche Kläppchenkragen müsse dem Frack vorbehalten bleiben. Ohne hier Position beziehen zu wollen: die klassische Variante war einmal der Umschlagkragen, die modischere ist der Kläppchenkragen. Gut die Hälfte der am Markt erhältlichen Smokinghemden hat einen solchen.

Als Manschette sollten Sie in jedem Fall eine Doppelmanschette mit entsprechenden Manschettenknöpfen wählen. Die Hemdbrust kann gefältelt oder piquégewaffelt sein, dies wirkt allerdings schnell etwas altmodisch. Wichtig ist die verdeckte Knopfleiste, wenn Sie nicht gerade ein ? leider inzwischen selten zu findendes ? knopfloses Hemd bevorzugen, das mit Studs geschlossen wird. Die Farbe ist weiß. Ausnahmsweise geht aber auch noch ein leichtes créme oder ecrú in Ordnung.

Zum Smoking gehört eine schwarze Fliege. Elegant wirkt sie selbstgebunden, anders als beim Frack ist eine fertig gebundene Fliege hier aber kein Problem. Dazu ziert die Tasche ein weißes Einstecktuch (oder ecrú, wenn Sie dies als Hemdfarbe gewählt haben). Im Gegensatz zum Frack dürfen Sie zum Smoking eine Armbanduhr tragen. Entscheiden Sie sich für ein goldenes oder silbernes schlichtes Modell mit schwarzem Lederarmband.

Der passende Schuh zum Smoking ist ein Oxford. Ein Lackschuh mit geschlossener Schnürung ist aber ebenfalls sehr elegant.

Hinzu kommt nun noch eine Art Schärpe: der Kummerbund. Nein, er soll seinem Träger keine Leibschmerzen bereiten. Vielmehr ist der Name vom indischen ?Karmaband? abgeleitet, was die dort übliche Bauchschärpe hinduistischer Würdenträger ist. Der Kummerbund ist ein gefälteltes Seidenband, das um den Bauch getragen wird und den Ansatz der Hose verdeckt. Die Falten haben einen praktischen Zweck: da ursprünglich Abendgarderobe keine Taschen hatte, konnte man zum Beispiel seine Opernkarten wunderbar darin verstauen. Daher wird der Kummerbund immer mit den Falten nach oben getragen.

Statt des Kummerbundes auch möglich ist eine Weste. Sie sollte in diesem Fall schwarz sein und über einen eigenen Kragen verfügen. Bei einem zweireihigen Smoking haben sie die Qual der Wahl nicht: beide Stücke können dann bedenkenlos weggelassen werden, da das Jackett ja nie geöffnet wird.

So weit zum klassischen Smoking. Wer sich allerdings auf Empfängen oder einer Opernpremiere umsieht, wird feststellen, dass nirgendwo sonst der starre Dresscode so stark dem Individualismus Platz gemacht hat. Gerade jüngere Träger kombinieren gerne eine farbige Fliege mit gleichfarbigem Kummerbund und Einstecktuch. Und immer häufiger sind auch satinglänzende Westen ohne Kragen zu sehen, meist farblich ebenfalls auf die Fliege abgestimmt. Modebewusste tragen gar statt der Fliege eine schmale Krawatte in edlem Schwarz. Extravagant, aber elegant auffällig ist auch die Kombination eines Krawattenschals in rot oder blau nebst entsprechendem Einstecktuch.

Übrigens: Im englischen Sprachraum heißt der Smoking Dinnerjackett. Denn das ?echte? Smoking-Jackett ist eine Art Hausjacke mit Schalkragen, die aus Samt oder Seide besteht. Früher trug man sie, wenn man sich zum Rauchen in den Salon begab, damit der Anzug nicht den Rauchgeruch annahm.


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